Das (eigentlich) letzte Mal – Skihochtour auf die Zufallspitze

Eine letzte Tour noch. Ein letztes Mal auf Skiern stehen, ein letztes Mal auf Firn hoffen, ein letztes Mal jeden Schwung auskosten. Bevor die Ski wieder in den Keller wandern und dort auf die neue Saison warten müssen. Dieses Jahr aber passiert uns der letzte Skitourentag nicht einfach so, diese Saison beenden wir ganz bewusst. Dachten wir uns und machten uns auf zur Zufallspitze. (Spoiler: Zwei Wochen später gab es in Bayern eine gute Portion Neuschnee und wir zogen natürlich nochmal los…)

VON WO NACH WO: Vom Hinteren Martelltal beim Gasthof Enzian zur Zufallhütte, an der Marteller Hütte vorbei, über den Fürkeleferner zum Gipfel (3760 m). Auf dem gleichen Weg zurück oder den Cevedale (3770 m) mitnehmen und über den Langenferner abfahren.

WIE HOCH: Insgesamt 1800 Hm, 1450 Hm ab der Zufallhütte

WIE LANG: Ab der Zufallhütte rund 7 Stunden, vom Tal aus 1,5 Stunden länger

WIE SCHWER: Lange geht es gemächlich über den Gletscher dahin, zuletzt wird er recht steil. Der Anstieg zum Gipfel führt dann zu Fuß über festes Blockwerk – technisch nicht schwierig, aber stellenweise recht ausgesetzt.

DAS MUSS MIT: komplette Ski- und Hochtourenausrüstung, Gipfelschnaps

WIE WAR’S: Erstaunlich einsam. Also, nicht auf der Hütte (die war erwartungsgemäß voll), aber spätestens ab dem Fürkeleferner. Die Massen pilgerten zum Cevedale, wir waren fast durchgehend alleine unterwegs. Leider wollte es trotz geduldiger Gipfelpause mit dem Auffirnen nicht so recht klappen, Wolken zogen auf, die Sonne war weg. Die lange, weitläufige Abfahrt ist aber selbst bei gepresstem Frühjahrsschnee noch ein Vergnügen.

SCHÖNSTER FLECK: Tatsächlich der Gipfel. Von dort gibt es einen grandiosen Blick auf die gesamte Ortler-Gruppe. Ansonsten: die Hüttenterrasse nach der Rückkehr am frühen Nachmittag.

WEN TRIFFT MAN DA: Niemanden. Einsam haben wir den Blick auf die Menschentrauben am benachbarten Cevedale genossen. Auch der Bergführer, der am Abend vorher seine Gruppe vergeblich angefleht hatte, doch auf die Zufallspitze zu gehen, war dort mit seinen Schützlingen zu erahnen.

WAS HÄTTEN WIR BESSER VORHER GEWUSST: Dass es bis zum Cevedale nur ein Katzensprung ist. Dann hätten wir vielleicht die Zeit eingeplant, dort auch noch vorbeizuschauen. Obwohl, nein, zu viel los da.

GRUSELMOMENT: Blick vom Parkplatz nach oben. Ganz schön grün-braun die Gegend. Bange Frage: Wird der Schnee noch reichen?

BESSER NICHT: Beim Losstapfen zu warm einpacken. In unserem Fall war erstmal Skitragen angesagt: bis zur Hütte sowieso und von dort noch einmal eine halbe Stunde aufwärts, bis sich genug Weiß findet, um die Ski anzuschnallen.

SCHLEMMEN: Halbpension auf der Zufallhütte. Auch für Fans des Bergsteigeressens (wie uns) lohnt es sich, mal ein paar Euro mehr auszugeben. Lasagne als Vorspeise, Schnitzel als Hauptgang, Schokomousse hinterher.

MEHR DAZU: Tourenbeschreibung gibt’s hier.

Bewertung: 3 von 5 abfahrtsgenusspunkten

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