Gritstoneglück: Bouldern im Peak District

„Don’t go there. It’s gonna rain“, haben sie gesagt. Hätten wir mal lieber auf die netten Briten gehört, die wir in Fontainebleau getroffen haben. Denn tatsächlich hat uns das englische Wetter mehrfach fast in die Flucht geschlagen. Am Ende sind wir doch geblieben – und es hat sich gelohnt.

Blasse Schönheit: Die berühmten weißen Kreidefelsen von Dover.

Bevor wir auch nur einen Fuß auf britischen Boden gesetzt haben, erwartet uns schon das erste Felserlebnis. Wer nämlich ganz old-school mit dem Schiff anreist, hat vom Wasser aus den perfekten Blick auf die berühmten Kreidefelsen von Dover. Die sehen mit ihren knapp 100 Metern Höhe, der vornehmen Blässe und der wie mit einem überdimensionierten Brotmesser abgesäbelten Kante tatsächlich sehr beeindruckend aus. Kurz gerät das Kletterherz ins Stolpern, aber tatsächlich eignen sich die bröseligen Kalkfelsen nicht wirklich für vertikale Aktivitäten. Es sei denn, man hat ein ganz besonders Verständnis von Spaß sowie Bock und Bizeps, sich mit Eiskletter-Ausrüstung den Weg nach oben zu hacken, wie es Ian Parnell und Chris Cubitt vor ein paar Jahren getan haben. „This is as mad as it gets“, sagt Parnell dazu. Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Auf den Spuren von Moon und Moffat

Wir aber haben ohnehin ein anderes Ziel: Den Peak District Nationalpark im Norden Englands, rund vier Autostunden von London entfernt. Peak District, das klang schon lange verlockend. Das Gebiet ist quasi das Fontainebleau Englands, hat Teufelskerle wie Jerry Moffat oder Ben Moon hervorgebracht und ist der Grund dafür, warum britische Boulderer irgendwie immer eine Spur härter drauf sind als der Rest. Einerseits ist es ein legendärer Ort, der auf eine lange Klettertradition – die Betonung liegt auf trad – zurückblicken kann, mit einzigartigem Gritstone lockt und jedem etwas sagt. Andererseits ist es erstaunlich unbekannt. Die Blitzumfrage im Bekanntenkreis zeigt: Selbst die Ständigunterwegsler und die Weitgereisten waren noch nie da. Das muss sich ändern! Brainwashed von Filmklassikern wie „Hard Grit“ und  „The real thing“ und mit dem passenden Soundtrack (Sex Pistols! The Clash! The Libertines!) fädeln wir uns also in den Linksverkehr ein und düsen los in Richtung Sheffield.

Kein Baum in Sicht, dafür Farn überall. Der taugt aber nicht, um darin einen Bus und zwei Menschen zu verstecken…

No fun at all: Wildcampen in England

Zuerst wollen wir nach Stanage, das uns Freunde aus Brighton und der Boulderführer als „most famous area“ anpreisen. Auf einer Länge von fast drei Kilometern ziehen sich die Felsen dort über den Bergkamm. Als wir nach diversen Verzögerungen aufgrund von Stau, Landschaftsbegaffung, Schafstreichelsessions und Fish-and-Chips-Stops endlich ankommen, verschwinden die Blöcke gerade in der Abendsonne. Hätten wir gewusst, dass dies die letzten Sonnenstrahlen für lange Zeit sein würden, vielleicht wären wir noch raufgelaufen. So aber widmeten wir uns erstmal der Suche nach einem Übernachtungsplatz , denn die ist im Vereinigten Königreich alles andere als einfach: Wildcampen ist streng verboten. Es gibt keinen Parkplatz ohne fettes „No overnight parking“-Schild, viele sind sogar mit einer Schranke versehen, die um 22 Uhr dicht gemacht wird. Und die Polizei holt man hier auch gerne mal. Not so nice. Dass die Briten ihren Waldbestand während diverser Kriege niedergemetzelt haben, um mit dem Holz Kriegsschiffe zu bauen, ist auch wenig hilfreich. Geschützte bewaldete Stellen gibt es kaum, man steht mit dem Bus nahezu überall wie auf dem Präsentierteller. Weil zudem fast alles Weideland  und von endlosen Steinmauern umfasst ist, kann man sich kaum von den Straßen entfernen. Zähneknirschend mieten wir uns also erstmal auf der North Lees Campsite ein. Einem putzigen, aber sehr schiefen Campingplatz. Schön zum Zelten, eher suboptimal mit dem Van. Egal. Wir sind platt vom Tag und schlummern auch in geometrisch fragwürdigen Positionen sofort weg.

Ein Block, unzählige Linien: The Pebbles, nun auch Namenspate des Vans.

Gritstone sollte Gripstone heißen…

Aber kommen wir zu den wichtigen Dingen: Den Felsen. In Stanage erreicht man sie über einen kurzen Zustieg durch Farnfelder und Weideland. Das Gebiet gliedert sich in sechs Sektoren, die allesamt viel zu bieten haben. Es ist definitiv für jeden was dabei, zumal man die freie Wahl zwischen Kalk- und Sandstein hat: Beide Felsarten sind hier reichlich zu finden. Vom vierten bis zum siebten Grad gibt es unzählige Probleme, viele sind allerdings gewöhnungsbedürftig hoch. Für zärtere Gemüter gibt es aber auch genug in weniger luftigen Höhen. Der Gritstone begeistert direkt: Wie Magneten halten Füße und Hände auf jedem Quadratmillimeter, der Grip treibt uns Tränen der Verzückung in die Augen (ein paar Tage und viel Hautverlust später dann auch Tränen ganz anderer Art) und ähnelt grobkörnigem Schleifpapier. Gritstone ist ein besonders feste Art von Sandstein, wie sie so nur in England vorkommt. Tatsächlich lohnt es sich schon alleine dafür, mal hinzufahren. Der Fels hält vom bloßen Ansehen. Wir stellen allerdings schnell fest, dass der solide Sandstein schnell seinen Tribut fordert: Selbst jahrelang gezüchtete Superhornhaut poliert er früher oder später bis zur Schmerzgrenze und zu viele Go’s sollte man an seinen Projekten nicht brauchen. Viel gebouldert wird aber ohnehin nicht, denn noch während wir den 7c+Klassiker „Brad Pitt“ bewundern und überlegen, ob man den neuen Van nicht nach dem Block „Pebbles“ taufen sollte, fängt es an zu schütten.

Ein seltenes Bild: Blaue Himmelfetzen und Wolken, die nicht unter Inkontinenz leiden.

Zwischen Wolkenbruch und Wolkenloch

Auch wenn es nach Klischee klingt: Das Wetter ist genauso furchtbar und unberechenbar wie sein Ruf, ständig schwankt alles zwischen Wolkenloch und Wolkenbruch. Oft schüttet es nicht, sondern nieselt nur fein. Gerade genug, um vom Fels gespült zu werden. Allerdings trocknen selbige auch erstaunlich schnell. Gritstone saugt weniger Nässe als normaler Sandstein, außerdem ist es oft recht windig. Meist kann man schon eine halbe Stunde nach einem Schauer wieder loslegen. Das klingt gut, ist aber ein bisschen anstrengend. Während man in anderen Gebieten einfach Rain- und Restday verbindet, muss man im Peak District ständig startklar sein. Für unsere Laufmeter zwischen Parkplatz und Gebiet hätten wir deshalb eigentlich eine Pendlerpauschale verdient. You get used to it. Aber es nervt trotzdem. Aber immerhin gibt es den besten Schwarztee der Welt, um die unzähligen Regenzwangspausen mit einer gediegenen Teatime zu überbrücken. Fairerweise muss man außerdem sagen, dass sich die „Peakys“  im Sommer (wir waren im August dort) auch nur selten blicken lassen. Hauptsaison ist im Herbst und Winter, der Grip dann wohl nochmal besser und das Wetter etwas trockener.

Dame vor Dyno in Stanage.

Auffangstube für Kletterer: Heathersage

Glücklicherweise gibt es das Örtchen Heathersage, das als Dreh- und Angelpunkt der Kletterszene im Peak District gilt. Hier gibt es zwei große, gut sortierte Kletterläden und ein nettes Café mit WLAN (schnell, gut) und Essen (langsam, schlecht). Das Café ist eine kollektive Auffangstube für Kletterer, um gemeinsam schwarzen Tee zu schlürfen und mit trauriger Miene durch die Fenster auf schwarze Wolken zu starren. In den Läden gibt es auch eine riesige Auswahl mit geschichtsträchtiger Literatur, denn vor allem Trad-Klettern hat im Peak eine lange Tradition. Da geht einem als Boulderer zwar der Arsch auf Grundeis, aber es macht Spaß, ein bisschen in den Bildbänden und alten Fotos zu stöbern. Heathersage ist übrigens auch der perfekte Ausgangspunkt, um die anderen Gebiete zu erreichen. Wir haben uns noch The Roches, Burbage Valley und Millstone vorgenommen. The Roches liegt auf einem Hügel und besticht durch seine wunderschöne Lage, allerdings gibt es vor allem in den schwereren Graden nicht so viele Boulder. Ein optisches, etwas abgelegenes Highlight sind die Skyline-Boulder. Leider sind unsere Crashpads im Sumpf vor den Blöcken versunken, hier sollte man wohl eher bei Frost aufschlagen. Allerdings lohnt sich die kleine Wanderung wegen Landschaft trotzdem allemal. Ein riesiger Pluspunkt in The Roches ist der nette Bauer, der seine Weide für drei Pfund pro Nase zum Campen zur Verfügung stellt. Nachdem sich die Suche nach einem Übernachtungsplatz fast täglich als trickreich herausstellte, ist das eine echte Erleichterung, die uns einige Tage im Gebiet verweilen lässt. Es ist einfach schön, auf einer Wiese zu stehen und sich deshalb nicht wie ein Schwerverbrecher zu fühlen.

Bigger and better than Bas Cuvier?

Bevor uns der Regen endgültig in die Flucht schlägt, schauen wir noch im Burbage Valley vorbei. Das Gebiet wird im Guidebook ganz uneitel als „bigger and better looking than Bas Cuvier in Fontainebleau,“ angepriesen…Soweit würden wir definitiv nicht gehen, aber das Gebiet kann durchaus was: Ein fettes Felsband zieht sich durch ein verhältnismäßig wildes Stückchen Land und zieht sowohl Boulderer als auch Tradkletterer an. So finden wir uns beim Aufwärmen auf einmal neben Menschen wieder, die ihr Körpergewicht mit Ausrüstung vervielfacht haben. Es ist ein seltsames Gefühl,  sein Crashpad auf Playmobilformat schrumpfen zu sehen, während nebenan mit Seil und Klemmkeilen hantiert wird. Die Engländer nehmen es mit dem Begriff „Toprope“ übrigens sehr genau: Im Nachstieg wird von oben gesichert – im Sitzen.

Such great hights: Bubage Valley eignet sich gut, um sich in Highballs einzugrooven.

Was man generell sagen kann: Die Gritstone-Boulderei in Peak District ist ein delikater Mix aus Technik und Kraft und hat ihre Besonderheiten. Die britische Kletterlegende Johnny Dawes kann das besser in Worte fassen als wir. Er sagt über die Kletterei an Gritstone: „Der Gleichgewichtssinn ist hier wichtiger als an anderen Felsen (…). Kraft gibt dir keine Sicherheit, im Gegenteil: Die Füße rutschen dann eher weg. Die Sicherheit kommt davon, die Bewegung zu kennen. Nicht davon, sie mit Kraft auszuführen.“ Das trifft es auf den Punkt. Ingesamt ist das Bouldern im Peak District technischer als wir dachten, manch Platte schreit nach einem Vergleich mit Bleau und viele Probleme erfordern eine ordentliche Fußarbeit.

Sonst? Die Probleme sind fast überall nicht so komprimiert wie in Bleau, aber Blasen läuft man sich auf der Suche nach dem nächsten Block auch nicht ;-). Wäre das Wetter etwas berechenbarer, das Wildcampen leichter und Erbsenminzbrei nicht obligatorischer Bestandteil vieler Mahlzeiten, würde Peak District es sicher weit nach oben auf die Liste unserer Lieblingsziele schaffen. Auch so hat es aber gereicht, um uns anzufixen. Wir wollen wieder kommen, soviel steht fest. Die Rosamunde-Pilcher-Landschaften, die sehr netten Briten und die ultragemütlichen Pubs tragen dazu sicherlich ihren Teil bei.

Leistenballern in Hepburn.

Ab nach Schottland!

Eigentlich wollen wir nach Robin Hood’s Stride, doch was Wetter – Überraschung! – spielte nicht mit. Der Boulderboy will zunächst vehement nach Frankreich flüchten und phantasiert von Bleau, Rotwein, Käse, Sonne und Baguette. Doch am Ende entschieden wir uns, einfach weiter gen Norden zu fahren. Inseltrip ist Inseltrip, jetzt ziehen wir es durch. Unser neues Ziel heißt Schottland. Auf dem Weg dorthin nehmen wir mit Hepburn und Rothley in Northumberland noch zwei kleine, angenehm wilde Bouldergebiete mit, die wir ganz für uns alleine haben und die ein paar sehr schöne Linien bereithalten. Nichts, wo man extra hinfahren müsste – aber wenn man vorbeikommt, lohnt sich ein Stop auf jeden Fall. Hepburn verfügt außerdem über einen sehr hübschen kleinen Parkplatz, an dem wir trotz einer ganzen Armada an Verbotsschildern eine Übernachtung riskiert haben.

Als wir am nächsten Tag die direkt am Meer gelegene Grenze überqueren, verschwimmen Himmel und Horizont zu einem grauen Brei und ohne den Sound von Regentropfen auf der Windschutzscheibe fehlt uns schon fast was. Immerhin kann ich angesichts dieser Umstände einen Zwischenstop in Edinburgh durchsetzen. Die Stadt überrascht uns angenehm und hält nette Cafés, Brot mit richtiger Kruste (England=Toastland), ein paar Sonnenstrahlen auf dem Hausberg Arthur’s Seat und ein Filmfestival für uns parat. Trotzdem fahren wir am Abend direkt weiter, denn die Zeit wird knapp. Next stop: Isle of Skye. Die größte der Hebrideninseln vor der Westküste Schottlands lockt mit wilden Küstenabschnitten, Whiskey-Distillerien und skurrilen Felsformationen wie Old Man of Storr, Quiraing und Cuillin. Netter Nebeneffekt des Landwechsels: Auf einmal sind wir im Campingparadies, denn im Gegensatz zu den Engländern sind die Schotten fanatische Wildcamper. Einmal bringen uns unsere Nachbarn sogar Buttertoast und gebratene Eier zum Frühstück vorbei, einfach so. „Scottish people are the nicest“ geben sie uns mit auf den Weg und schütteln nachsichtig den Kopf darüber, dass wir so lange in England ausgeharrt haben. Über das Bouldern in Schottland können wir leider nichts berichten, es war schlicht zu nass, um auch nur ein einziges Mal Hand an den Fels zu legen.

Highlight zum Abschluss: Boulder in in St. Bees

Auf dem Rückweg machen wir Station in Whitehaven in der Nähe des Lake District National Park. Der sei, so sagen die Briten, noch schöner als Peak District, aber – Achtung Ironie – das Wetter sei oft schlecht. Wir erwarten zu diesem Zeitpunkt schon nichts mehr und der Vitamin-D-Mangel setzt uns zu, aber wir haben genug schottischen Whiskey an Bord, um zu überleben. Fast verwerfen wir den Plan eines letzten Boulderstops, doch dann denken wir an unseren Freund Dan, der das Gebiet mit den Worten „You really must go there“ sehr nachdrücklich empfohlen hat. Na gut. Sein Rat bringt uns erstmal fast um, weil wir nicht checken, wo wir die Klippen runtersteigen müssen. Zur Erklärung: St. Bees liegt am Ende der Welt, direkt an der Küste zwischen senkrecht ins Meer stürzenden Klippen und Wasser. Bei Ebbe gibt es folglich mehr zum Bouldern als bei Flut, zugänglich ist das Gebiet aber in beiden Fällen. Man spaziert von einem Bauernhof aus (dort kann man auch auf einer Wiese übernachten) über einen Feldweg und durch Kuhherden hindurch in Richtung Leuchtturm und steht dann buchstäblich vor dem Nichts. Den richtigen Weg nach unten zu finden, ist etwas tricky – aber glücklicherweise sammelt uns ein anderer Boulderer auf und zeigt uns eine schmalen Pfad, der mit ein paar Seilen in Klettersteigmarnier ausgestattet ist. Das macht es leichter, mit Kram und Crashpad nach unten zu gelangen. Schon beim Runtersteigen kommen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. St. Beets ist spektakulär. Die Felsen sind so wild durcheinandergewürfelt, als ob einst eine Riese einen Wutanfall hatte. Rote Farbe, solider Sandstein, vom Wasser grotesk geformt. Und dann kommt auch noch, wie können unser Glück kaum fassen, die Sonne durch. Angesichts der Szenerie und des Wetters kann man auch recht leicht verdrängen, dass der durch viele Störfälle bekannt gewordene Nuklearkomplex Sellafield ganz in der Nähe liegt.

Bouldergebiet mit Kieferklappgarantie: St.Bees

St. Bees ist der perfekte Abschluss, ein magischer Ort. Zwischen Felsenklippen und Meer zu bouldern fühlt sich unwirklich an, die Spuren auf den Felsen erzählen jahrtausendealte Geschichten. Das erdet. Das euphorisiert. Rein bouldertechnisch betrachtet gibt es sicher tollere Gebiete, aber für eine Handvoll Tage kann man sich hier gut vergnügen, zumal man ohnehin die Hälfte der Zeit mit runtergeklappter Kinnlade aufs Meer schaut und den Ort nicht fassen kann. Es gibt übrigens auch eingebohrte Touren, die wir aber nicht probiert haben. Viel zu lange können wir uns nicht losreißen und müssen schließlich die Nacht durchfahren, um rechtzeitig zurück am Hafen von Dover zu sein. Die Eindrücke aus St. Bees noch frisch im Kopf, verlassen wir die Insel versöhnt, werfen einen letzten Blick auf die Doverklippen, beschließen, dass der Bus tatsächlich Pebbles heißen soll und dass wir wieder herkommen müssen. Bald.



Gut zu wissen:

  • Wer kann, sollte auch in North Wales vorbeischauen. Wir haben es in unseren zwei Wochen nicht geschafft, aber dort muss es epische Boulder geben. Ausnahmslos alle waren entsetzt, dass wir das nicht auf dem Schirm hatten.
  • Wer mit dem Van anreist sollte sich klarmachen, dass Wildcampen in England wahrlich kein leichtes Unterfangen ist und viel Zeit und Nerven draufgehen, um hier und da mal ein geeignetes Plätzchen aufzustöbern. Im Zweifel lieber ein bisschen mehr Geld einplanen, um doch mal in einem Cottage oder auf dem Campingplatz zu übernachten.
  • Alternativ kann man bei Bauern nachfragen oder bei Pubs. Wer dort Kunde ist und ein paar Pints plattmacht, darf in der Regel auf dem Parkplatz pennen. (Ha! So viele „P’s“ in einem Satz).
  • Die Anreise mit dem Schiff ist etwas billiger, aber unflexibel. Wir würden beim nächsten Mal den Tunnel nehmen. Wer gaaaaaaaanz früh dran ist kann mit der Fähre auch von Amsterdam oder Rotterdam nach Schottland fahren und dann quer durchs Land zurück nach Dover tingeln. Das war unser Masterplan, der leider an komplett ausgesuchten Reedereien gescheitert ist.
  • Wer kann, sollte insgesamt etwas mehr Zeit einplanen um zur Not auch Schlechtwetterperioden aussitzen zu können.
  • Für Schottland gilt: Packt guten Mückenschutz ein, die Biester sind schrecklich und lieben Moore. Und: Nichts in den Destillerien kaufen. Das ist zwar verlockend und man erfährt, dass etwas tatsächlich „torfig“ schmecken kann, aber online ist alles viel billiger. 
  • Der Boulderführer „Peak District Bouldering“ von Rupert Davies, John Coefield und Job Barton ist unverzichtbar und vorbildlich gemacht. Wer auch im Rest England nichts verpassen will, ist mit „Boulder Britain“ von Niall Grimes gut beraten. Das Buch war ideal, um unterwegs kleinere Gebiete mitzunehmen und Zwischenstops einzulegen.
  • Lieber ein Crashpad mehr. Die Dropzones sind zwar meist gut, aber es geht halt gerne mal hoch hinaus…
  • Wer nicht nur bouldern mag und das Equipment hat: Für Tradkletterer ist es ein Paradies…


Für wen ist das was? 

Für blutige Anfänger ist Peak District nicht das ideale Gebiet. Ein bisschen Kraft, Technik und Hornhaut sollte man schon mitbringen und viele Boulder sind etwas trickreich oder einfach hoch. Wer hingegen solide im sechsten Grad unterwegs ist und schon ein bisschen Erfahrung am Fels hat, wird eine Menge finden. Und nach oben ist ohnehin keine Grenze gesetzt: Auf starke Boulderer warten im Peak District jede Menge geiler Projekte.

Zum Anschauen:

Schöne Impressionen aus Stanage und kluge Worte von Kletterlegende Johnny Dawes gibt es in diesem Video. Außerdem ist es der Hammer, wie leicht Anna Stöhr „Brad Pitt“ aussehen lässt, obwohl der Hook echt dazu taugt, Hüftgelenke auszukugeln…

 

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken