Und los geht’s – Skitour auf die Larcherspitze

Schon im Auto zucken die Beine. Ängstlich sucht der Blick aus dem Fenster die Hänge ab: Liegt auch genug Schnee? Gibt es noch Pulver? Was macht das Wetter? Bei den ersten Schritten durch knarzenden Schnee dann: Stille im Kopf. Egal, dass die Sonne sich verkrochen hat. Egal, dass der Wind an der Jacke rüttelt. Warmes Glück macht sich breit – auf der ersten Skitour des Winters.

VON WO NACH WO:  Vom Parkplatz „Unteres Sudelfeld“ an den oberen Lacheralmen vorbei, dann entlang des mit Stangen markierten Sommerwegs in Richtung Seewand. Unterhalb nach links queren, nach einem kurzen, steileren Stück auf die Bergstation des Schleppliftes zu und dann westseitig hinauf zum Gipfel (1724 m). Bei der Abfahrt steil rechts in ein Kar queren. Nach wenigen Schwüngen trifft man wieder auf die Aufstiegsroute.

WIE HOCH: 700 Hm

WIE LANG: Im Aufstieg ca. 1,5 Stunden

WIE SCHWER: Meist geht es gemütlich durch freies Almgelände. Die wenigen und kurzen steileren Passagen lassen sich mit zwei, drei Spitzkehren erklimmen.  Die Lawinengefahr ist überschaubar,  im ostseitigen Kar ist allerdings Vorsicht geboten. Die letzen Meter zum Gipfel werden ohne Ski genommen. Sind die Felsstufen vereist, braucht man vielleicht kurz die Hände.

DAS MUSS MIT: Komplette Skitourenausrüstung, in unserem Fall unbedingt auch eine winddichte Jacke und warme Handschuhe.

WIE WAR’S: Kalt, windig, grau… und traumhaft. Wahrscheinlich wäre die erste Skitour dieses Winters bei jeden Bedingungen ein Genuss, wir wurden aber sogar mit ein paar Schwüngen durch unberührten Pulver beglückt. Das hatte nicht nur zur Folge, dass der eine oder andere Juchzer durch den Wald tönte, sondern auch, dass wir die schönsten Hänge gleich nochmal aufgestiegen sind. Zum Herz-aufgehen schön und ein Versprechen auf mehr (viiiiiiiiel mehr) Schneevergnügen in nächster Zeit.

SCHÖNSTER TEIL: Die Aufstiegsspur entlang des Sommerweges durch geduckte Äste und vorbei an knorrigen Stämmen. Ein schönes Geschlängel durch winterliche Wälder.

WEN TRIFFT MAN DA: Die Münchner Skitourenmassen. Allerdings nicht an windig-grauen Schlechtwettertagen.

DAS HÄTTEN WIR BESSER VORHER GEWUSST: Dass die Teller der Skistöcke eine echt kluge Erfindung sind. Und dass man beim Wechsel von Sommer- auf Wintermodus besser daran denkt, die breiten Teller an die Stöcke zu schrauben. Wer ohne sie auskommen muss, wird dafür mit vielen Erkenntnissen belohnt. 1: Spitzkehren sind eine wackelige Angelegenheit, wenn man sich nicht auf die Stöcke stützen kann. 2: Die Beine strengen sich deutlich mehr an, wenn die Arme nicht mithelfen können. 3: Anschieben ist nicht, wenn die Stöcke bei der Abfahrt bis zum Griff im Schnee versinken. So fühlen sich also Snowboarder bei leichten Gegenanstiegen…

GRUSELMOMENT: Blick vom Parkplatz zu den ersten Hängen. Ganz schön viel Gestrüpp, das da aus der Schneedecke lugt. Ob die Ski bei der Abfahrt wohl sehr leiden müssen? (Die spätere Antwort: müssen sie nicht.)

BESSER NICHT: Ohne Teller an den Stöcken losziehen. Wieder was gelernt. Immerhin der Freund hatte was zu lachen.

SCHLEMMEN: Im Bus. Schon am Parkplatz war klar, dass der angesagte Föhnsturm seinen Namen verdient. Minus neun Grad, sagt das Thermometer. Also packen wir die Brotzeit aus, noch bevor wir den ersten Höhenmeter bewältigt haben, und mampfen gemütlich im noch warmen Auto. Den Bauch füllen, damit kein Hunger aufkommt, bevor wir nicht wieder unten sind, das ist der Plan. Er geht auf und wir sind froh, unterwegs nicht stehend und frierend an unseren Broten knabbern zu müssen.

MEHR DAZU: Tourenbeschreibung gibt’s hier.

Bewertung: 5 von 5 Saisoneröffnungsgaudipunkten

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