Wolkenspiel und Kuchenglück – mit Skiern auf den Juifen

Wer hätte das gedacht: so schöner Schnee so früh im Jahr. Da lohnt es sich doch, ein paar Urlaubstage einzulegen und in den Süden zu tingeln. Am Juifen fanden wir, wonach unser Skitourenherz giert: jungfräuliche Hänge, unerwartete Einsamkeit, winterliches Panorama – und all das garniert mit einem Wolken-Nebelschwaden-Spektakel der Extraklasse.

VON WO NACH WO:  Ausgangspunkt ist ein großer, nicht ganz billiger Parkplatz beim Café Tirolerland im Achental (4 Euro pro Tag). Von dort geht’s an einigen Häusern vorbei, durch den Wald und über freie Hänge zur Falkenmoosalm. Oberhalb biegt die Route leicht abfallend nach rechts (gerade aus ginge es zur Hochplatte). Nach kurzem Hatsch entlang eines Forstweges stapfen wir durch einen Kessel zur Großzemmalm, dann etwas steiler hinauf zur Lämpereralm. Oben angekommen quert man unter der Marbichlerspitze nach Westen in eine Senke und steigt von dort entlang des breiten Kamms hinauf zum Gipfel (1988 m). Die Abfahrt führt zunächst grob entlang der Aufstiegsroute, bis man sie am Waldrand unterhalb der Falkenmoosalm verlässt. Dort folgt man dem Forstweg nach links und stößt kurz vor Schluss wieder auf den Aufstiegsweg.

WIE HOCH, WIE WEIT, WIE LANG: 1200 Hm, 16 km, im Aufstieg ca. 3,5 Stunden.

WIE SCHWER: Die Skitour ist technisch einfach, allein am Gipfelgrat muss man etwas aufpassen. Oft gibt es dort große Wechten, hier nicht zu weit rechts aufsteigen. Der Schlusshang ist manchmal frei geblasen. Dann werden die Ski etwas unterhalb geparkt. Sind die letzten Meter vereist, ist vorsichtiges Stapfen angesagt. Abrutschen möchte man hier nicht.

WIE WAR’S: Die Tour zieht sich ein bisschen in die Länge, aber man ist ihr nicht böse dafür. Denn sie lässt keine Langeweile aufkommen: Über Forstwege, Waldschneisen, Almwiesen und einen Grat führt sie abwechslungsreich und in gemütlicher Steigung hinauf. Oben wartet ein grandioser Ausblick, der in unserem Fall noch durch bizarre Wolkenspiele und mystisch wabernde Nebelschwaden aufgepeppt wurde. Immer wieder trösten schöne Abfahrtshänge über die Gegenanstiege und Querfahrten hinweg. Schade ist allerdings, dass zum Schluss nicht wenige Höhenmeter auf Forstwegen hinuntergerutscht werden müssen.

WEN TRIFFT MAN DA: Unter der Woche fast niemanden – leider und zum Glück. Leider, weil wir uns die Spurarbeit nur mit einem anderen Duo teilen durften. Zum Glück, weil wir in völliger Stille unbehelligt vor uns hin stapfen und die neu beschneiten Hänge fast alleine entjungfern konnten.

DAS MUSS MIT: Ausreichend Brotzeit. Der Weg zieht sich und die Almen waren (zumindest unter der Woche) nicht geöffnet.

GRUSELMOMENT: Bei der Querung unterhalb der Marbichlerspitze. Trägt der Hang? Trägt er nicht? Nach sorgfältigem Abwägen, ausgiebigem Analysieren und langsamen Vortasten wissen wir: Er trug. Zweite Schrecksekunde: der Purzelbaum durch den Tiefschneehang. Die bange Frage beim weiß-panierten Auftauchen: Sind die Skier noch da oder ist jetzt erstmal Buddeln angesagt? Ein Blick zurück bringt Erleichterung: Alles noch da.


BESSER NICHT:
Die Felle voreilig wegpacken. Auf dem Rückweg warten zwei Gegenanstiege, für die sich das Auffellen nochmal lohnt.

SCHLEMMEN: Die Almen entlang der Strecke waren entweder nicht bewirtschaftet oder an diesem Tag einfach zu. Geduldige werden aber dennoch belohnt: Nach der Rückkehr wartet die Bäckerei Adler in Achenkirch mit heißen Getränken und Tiroler Gebäck. Den Kakao gibt’s dort mit einer dicken Portion Schlagrahm. Der Marillen-Streusel-Kuchen sieht nach richtiger Handarbeit aus und schmeckt auch so als wäre er nicht nur zehn Minuten im Aufbackofen gegrillt worden.

MEHR DAZU: Tourenbeschreibung und GPS-Track gibt’s hier.

Bewertung: 4 von 5 WOLKENSpielPUNKTEN

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