Achselschweiß – Klettern auf den Kofel

Sie ist nicht einsam, nicht lang und auch nicht schwer. Zum Einstieg trabt man Serpentine um Serpentine durch den Wald, am Ende der Route warten Heerscharen von Selfieknipsern. Warum sich ein Kraxelvormittag auf den Kofel trotzdem lohnt? Weil es zum Herzerwärmen nicht viel mehr braucht als Fels unter den Fingern, Sonne im Genick und Lieblingsmenschen am anderen Ende des Seils. Nur eines noch: ein richtig gutes Eis danach. Zum Glück haben wir auch das gefunden.

VON WO NACH WO: Start & Ende in Oberammergau (Parkplatz am Friedhof)
WIE HOCH: insgesamt 500 Hm, 230 Klettermeter
WIE LANG: ungefähr 3 Stunden

WIE SCHWER: Schwerer als 4- wird es nicht – und dafür ist die Tour sogar halbwegs abgesichert. Wer beim Abstieg nicht genug hat, nimmt sich noch den Kofelturm vor. Die einfachste Route ist dort mit 4/4+ bewertet, daneben warten ein 5+ und eine 6 auf fleißige Besteiger.

DAS MUSS MIT: 60m-Einfachseil (zum Abseilen vom Kofelturm), 7 Exen, ein Helm. Und die Sichertheitshalbe nicht vergessen.

WIE WAR’S: Linke Achsel – das klingt so attraktiv wie Schweißband oder Fußpilztinktur. Zum Glück ist die Route deutlich schöner als ihr Name. Wer nur ein paar Stunden frei hat oder sich in der Übergangszeit keine höheren Ziele vornehmen kann, kommt hier auf seine Kosten. Die Tour schlängelt sich nett an der Kante entlang, vom Gipfel des Kofels geht es bequem auf dem Wanderweg hinunter. Kletterer, die noch nicht ausgelastet sind, biegen beim Abstieg noch zum Kofelturm ab. Hier kann man sich nach den Aufwärmlängen an der linken Achsel austoben.

SCHÖNSTER FLECK: Eine kleine Terrasse kurz nach dem Einstieg. Auf einem schmalen Band führt die Tour durch Gehgelände zu ihr hinauf. Kurz vor dem ersten Standplatz lohnt sich eine Guck-und-Staun-Pause. Die Wälder ringsum leuchten ein wundergrünen Farben.

WEN TRIFFT MAN DA: Unterwegs: niemanden. Am Gipfel: Mütter, die ihre gefühlt 30 Kinder angeleint auf den Berg führen und ihnen dort Karottensticks servieren.

SOUNDTRACK IM OHR: 

BESSER NICHT: An knallheißen Sommertagen einsteigen. Dann besteht höchste Bruzelgefahr. Und es gibt eine Extraportion Schweiß in der linken Achsel.

AUSFLUG: Wer noch etwas Zeit übrig hat, sich in kürzeren Routen austoben will oder dem Wetter nicht traut, kann um’s Eck zum Klettergarten Frauenwasserl schauen. Da gibt’s (sehr beliebte) gut abgesicherte Felsen in leichten Graden.

SCHLEMMEN: Hervorragendes Eis gibt es beim Café Paradiso in Oberammergau. Alle Sorten werden frisch und nach eigenen Rezepten hergestellt.

MEHR DAZU: Topos und Wegbeschreibung gibt’s hier.

Bewertung: 4,5 von 5 Eis-Danach-Punkten

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