Idee

Ja, wer seid denn ihr?

In Zahlen: zwei Jungs, zwei Mädels. Zwei Journalistinnen, zwei Fotografen. Vier Freunde, null Pärchen. Und sonst: irgendwie echte Profis und irgendwie echte Laien. Profis im Schreiben und Knipsen. Laien am Berg, als begeisterte Amateure mit mal mehr, mal weniger ambitionierten Zielen. Mit dieser Mischung ist unsere Seite also was? Ein Blog, ein Online-Magazin, ein Blogazine…?

Ganz ehrlich: scheißegal. Für uns ist Hochmut eine Spielwiese, auf der wir uns ohne Deadlines, Vorgaben und Verpflichtungen austoben können. Ein eigenes Projekt, ganz ohne Kalkül und Ziel im Visier. Ein Mittel, mehr von dem in unser Leben zu bringen, was uns wichtig ist. Und andere damit anzustiften.

Braucht es eure Seite echt noch zwischen all den coolen Blogs und Online-Magazinen?  

Klar! Das müssen wir natürlich sagen. Aber was uns bisher tatsächlich gefehlt hat, ist eine Plattform für Normalos wie uns. Für begeisterte Stümper, deren Leidenschaft dicker ist als Waden und Bizeps. Für alle, die lernen, nachholen und entdecken wollen. Und die ab und zu ein bisschen mehr Hochmut gebrauchen können.

Weil manchmal müssen wir schon ein bisschen lachen über diese Bergsportwelt, die sich gerne mit Attributen wie freigeistig und unelitär brüstet und dann doch so ihre Befindlichkeiten hat. Zum Beispiel über Kletterer, die aus der Diskussion Toprope oder Vorstieg einen Glaubenskrieg machen. Über Bergsteiger, bei denen das Notbiwak im Gewitter auf Facebook immer noch „super lässig“ war. Über Boulderer, die mehr über Haut- und Fingerpflege wissen als zehn Kosmetikerinnen zusammen. Oder über Tourengeher, die durch die schönste Landschaft rennen und dabei nur ihre Pulsuhr im Blick haben.

Klar sind wir beeindruckt, wenn jemand die 8As wegballert, die Steilwand runterwedelt oder 5000er-Begehungen sammelt wie andere Pudel aus Porzellan. Aber wir gehören zu der viel größeren Masse derer, die nicht mit überirdischem Bewegungstalent auf die Welt gekommen sind und die Kaltschnäuzigkeit nicht mit der Muttermilch eingesaugt haben. Aber: Wir haben beschlossen, uns deswegen nicht schlecht zu fühlen. Wir haben Spaß, nehmen uns nicht so ernst und freuen uns an dem, was so geht. Und wir haben festgestellt: Da geht ne Menge.

Seltsamer Name: Hochmut. Klingt irgendwie arrogant.

Gefunden haben wir uns, weil wir Leidenschaften teilen, die eines gemeinsam haben: Es geht hoch. Und auf diesem Weg nach oben brauchen wir immer wieder eines: Mut. Den Mut, an unsere Grenzen zu gehen, die richtigen Prioritäten zu setzen, Neues zu wagen. Mut zu scheitern, Mut zu fallen, Mut uns selbst zu enttäuschen. Hochmut heißt aber auch Hochmut, weil wir Mut machen wollen. Mut, sich raus zu stürzen, rauf zu wagen, offen zu sein für neue Erfahrungen, Abenteuer und Herausforderungen – egal auf welchem Niveau.

Es ist doch eh völlig sinnlos, auf Berge zu steigen oder auf Felsen zu klettern. Da muss man doch nicht auch noch drüber schreiben.

Das „Rauf-Wagen“ gibt uns etwas, das man nicht messen und nur schwer in Worte fassen kann. Es verändert uns, fordert uns heraus, macht uns glücklich. Es erlaubt uns, neue Erfahrungen zu machen, uns lebendig zu fühlen, uns selbst neu kennenzulernen, demütig zu werden inmitten grandioser Natur. Es raubt uns den Atem und schenkt uns Energie, verschafft uns Bodenhaftung und Höhenflüge und wirkt hoffentlich irgendwie weiter. Wir lieben das Gefühl, uns mit jedem Höhenmeter selbst etwas näher zu kommen und gleichzeitig Distanz zu schaffen – zum Ego, zu den Sorgen, zu einer verrückten Welt. Ganz nach unserer Devise: „Rauf wagen , runter kommen.“ Wenn es euch genauso geht: Schön, dass ihr da seid und mit uns hochmutig sein wollt.

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